Siegertshofen online


520 Meter über dem Meeresspiegel. Von diesem ersten Siegehart wissen wir gar nichts mehr. Nach einer Urkunde von 981 übergibt (Mon. boic.) ein nobilis Reinhardus von Reinhardshousen und seine Schwester Sigerath an das Afrakloster zu Augsburg sein praedium in eodem loco cum ecclesia. In der gleichen Urkunde von 981 wird als Zeuge genannt ein Sigehart de sigeharteshousen, der in dem westlich an Reinhardshofen grenzenden Siegertshofen saß, so dass er oder einer seiner Vorfahren als Eponymus gelten kann, als Besitzer von dem eine Sache, ein Ort den Namen hat. Die Erschließung des inneren Staudenlandes erfolgte in der Hauptsache wahrscheinlich an der Schmutter und Neufnach aufwärts und zwar vorwiegend wohl durch Augsburger Klöster. Im 12. Jahrhundert schenkt ein Edelfreier Ludewic "Praedia cum maneipis" in Siegertshofen an die Welfenstiftung Rottenbuch.

Im Jahre 1209 verleiht der Bischof von Augsburg dem Edlen Witegow von Albegga das Patronatsrecht über die Kirche in Siegertshofen, wofür Witegow Verzicht leisten muss auf sein früheres Patronatsrecht zu Steinheim (interessant ist die nähere Zeitangabe für Abfassung des Vertrages, geschehen in der Vigil vom Feste des hl. Jakubus 24. Juli 1209 zu Augsburg wo damals der Sammelpunkt Otto des großen Königs war, vor seinem Zuge nach Rom, da er aus den Händen des Papstes die Kaiserkrone empfangen wollte).
Der Name unseres Ortes wird in jener Urkunde geschrieben: Siegeharts - houven = Hube oder Hufe = 1 Hufe oder 40 Jauchert. (Siegehart = kühn, stark, ausdauernd im Kampfe bis zum Siege) - nach Baumann: Geschichte des Allgäues.

Ein Jahrhundert später bieten sich uns im Staatsarchiv München zwei weitere zusammenhängende Urkunden. In der ersten vom 4. April 1318 wird erzählt wie ein Albrecht von Purgetor an Heinrich den Leutpriester zu St. Maurizia zu Augsburg den Haert miteshof (Hört - Nieder-Hof) und ain Biwende zwischen Siegertshofen und Mittechousen (Mickhausen) verkauft.

Eine zweite um 4 Jahre später datierte Urkunde vom 15.Juli 1322 berichtet, daß Heinrich von Rot, Kanoniker und Leutpriester zu St. Moriz den „Hernizhof“ (von dem vorher die Rede war) dem Kapitel St. Moriz schenkt behufs einer Jahrtagsstiftung für den Krieger Heinrich von Münster, für Albrecht von Pürgtor, für Ulrich und Eberhart von Hammerstetten. In einer weiteren Urkunde vom Jahre 1365 gestatten Heinrich Herwort der ältere und Anna Witwe Cunrat des Langenmantels, Bürger zue Augspurg dem Bischoffe Marquart von Augsburg, die Gueter zue Hattenberg, das Burgställe, die Vogteien, die Kirchensätze und die Widdumhöfe der Dörfer zu Schönenberg „Vischach“ Praitenbrunn, Sighartshofen um die Summe von 2000 Pfund Heller wieder zu lösen.


Das erste wichtige Ereignis für das Dorf Siegertshofen, das uns geschichtlich bekannt ist, spielt sich im Jahre 1429 ab, wo am Freitag nach Ostern der Ritter Konrad von Ettenhausen "sein liebes Dörflein" (das er aber noch nicht lange besessen) an das hl. Geistspital zu Augsburg um 300 fl.(Gulden) verkaufte. Über den Wechsel der Herrschaft um jene Zeit ist zu berichten: Das hl. Geistspital in Augsburg hatte seine Besitzungen in Siegertshofen an die Imhof, ein reiches Augsburger Bürgergeschlecht, verkauft, denen auch die Ortschaft Wehringen gehörte und Besitzungen in Untermeitingen.

1679 verkauften die Imhof bereits wieder ihre Güter in Siegertshofen an den Grafen von Sinzendorf, der auch die Herrschaft Thannhausen seit 1664 besass. 1699 wurden die beiden Orte Thannhausen und Siegertshofen vom Grafen Sinzendorf an den Kurfürsten Johann Wilhelm, Pfalzgrafen bei Rhein, verkauft und von diesen bereits nach 8 Jahren anno 1706 an den Grafen Philipp von Stadion weiter veräussert, da der Kurfürst in Geldnoten war. Er musste 1000 fl. bei der Gräfin Thurn und Taxis einer geb. Gräfin Fugger entlehnen. Seitdem gehört Siegertshofen als Allod zur Herrschaft Thannhausen.


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