Siegertshofen online


Die Geschichte der Pfarrkirche zeichnet sich erst seit Ende des Mittelalters deutlicher ab wann die erste Kirche in Siegertshofen gebaut wurde, wissen wir nicht. Die Entstehungszeit der jetzt existierenden gotischen Kirche kann durch die noch vorhandene Einweihungsurkunde über die am 4. Januar 1495 von Bischof Johannes Kerer durchgeführte Einweihung belegt werden.

Die Kirche, eine der ältesten im Staudengebiet, hatte früher eine Langhausdecke mit bunt bemalten Holztafeln. Seit 1923 zeigt die Langhausdecke einen neueren Schmuck: ein Fresko "Der hl. Nikolaus" von Johann Haugg. Bei der Restaurierung 1923 kamen - es ist dies in solchen Fällen fast wie sicher - aus den Langhaus- und Chorwänden Malereien aus der gotischen Zeit zum Vorschein, so eine von Engeln getragene Monstranz über dem ehemaligen Sakramentshäuschen.

Der Kunstfreund stellt mit Befriedigung fest, daß in der figürlichen Ausstattung der Kirche die Zeit der Gotik mit überraschend guten Stücken vertreten ist. Eine Holzplastik der Krönung Mariä, wohl noch vor 1500, dem Ulmer Kreis verwandt, steht in alter Fassung auf dem rechten Seitenaltar.





Eine Pfarrei ist das kleine Siegertshofen vom Tage seiner Gründung an nicht gewesen. Wohin es vor seiner Pfarreiwerdung gehört hat, läßt sich nur vermuten. Der alte Bittgang zur Fischacher Michaelskirche am Mittwoch der Kreuzwoche scheint nach Fischach als Mutterpfarrei zu weisen.

Wann Siegertshofen als selbständige Pfarrei abgetrennt wurde, läßt sich ebenfalls nicht sagen; jedenfalls vor 1209, im welchem Jahr das Patronatsrecht von Siegertshofen Gegenstand eines Rechtsgeschäftes zwischen dem Hochstift Augsburg und Witego von Albegg war. Der Umfang der Pfarrei war zeitweilig größer als heute.