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Krieg 1914

Abschrift von Pfarrer N. Durner:
"In der Nacht vom 29. zum 30. Juli 1914 wurde ich morgens 3 Uhr von den Soldaten, die Ernteurlaub hatten, geweckt. Sie waren im Laufe der Nacht telegrafisch zu ihren Regimentern zurückgerufen worden und wollten die hl. Sakramente empfangen.
Am ersten August erfolgte die Mobilmachung der Reserve und Landwehr. Die sämtliche einberufene Mannschaft empfing am Sonntag, den 2. Aug., zum größten Teile hier, einige auch auswärts, die hl. Sakramente. An diesem Sonntage abends 7 Uhr fand in der Haisch-schen Brauerei ein Abschied für die zum Kriege Einberufenen statt, an welchem sich die gesamte Männerwelt beteiligte. Pfarrer und Hr. Lehrer Liebert hielten dabei patriotische Ansprachen. Jeder Krieger erhielt auf Kosten des Pfarrers 2 Liter Bier, Wurst und Brot. Im Laufe der Woche ab 2. August wurden die Reservisten eingezogen.

An die einberufenen Soldaten wurden geweihte und auch mit dem Sterbeablaß versehene Medaillen ausgeteilt, welche auf der einen Seite den hl. Sebastian, auf der anderen Seite den hl. Rochus darstellen. Sehr viele der Einrückenden brachten ihre Rosenkränze zum Weihen.

Rekruten 1915:
Thoma Bernhard Eingerückt ca. 1. Februar 1915
Bröll Adolf Eingerückt ca. 1. Februar 1915
Karlinger Karl Eingerückt ca. 1. Februar 1915

Pferde wurden eingezogen am 3. August 1914

von Johann Landherr (Bauer) 1 Stück
Brauerei Haisch 1 Stück
Josef Landherr (Wirtschaft Todtenschläule) 1 Stück
Mühle Köbler 1 Stück

Am 5. August wurde eine Ortswache angeordnet zur eventuellen Abfangung von Spionen und Spion-Automobilen. Um Automobile abzufangen wurden bei der Schmutterbrücke auch Balken bereitgelegt, die im Bedarfsfalle durch die beiderseitigen eisernen Geländer geschoben, die Straße sperrten. Ebenso ein Drahtseil. Die Wache wurde nach ungefähr einer Woche wieder aufgehoben. Vom 12.August ab wurde die hl. Messe an Werktagen um 6 Uhr gelesen und abends um 8 Uhr ein Rosenkranz in der Kirche gebetet. Beide Gottesdienste werden stark besucht.

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